Offenburg 1848 – 1970
Zwischen Revolution und Wirtschaftswunder
Offenburg ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein beschauliches Städtchen mit knapp 2.400 Einwohnern.
170 Jahre später zählt man bereits 33.000 Bürger. Die Stadt erlebt in diesem Zeitraum die Industrialisierung, zwei Revolutionen, drei Kriege, zwei Inflationen, Aus- und Einwanderungen, Diktatur und demokratischen Neuanfang. Sie wächst, verändert ihr Aussehen, bekommt einen Eisenbahnanschluss, Industrieansiedlungen, neue Wohnviertel und die Autobahn.
Herzstück der Ausstellung ist die große Modelleisenbahn mit dem Nachbau des Offenburger Bahnhofs von 1918. Die Eisenbahn war der Motor der Industrialisierung und neben der Spinnerei und Weberei der größte Arbeitgeber. Kunstvolle Farbglasfenster aus Offenburger Produktion, edle Glasplakate und werbewirksame Emailschilder entführen in die Zeit ab 1922, als Offenburg zur „Reklamehauptstadt Deutschlands“ wurde. Zahlreiche Zeitungsverlage waren oder sind in der Stadt aktiv, von der originellen Wochenschrift Dr‘ Alt Offenburger, die Adolf Geck von 1899 – 1933 herausgab, bis zum Burda-Verlag und der von Aenne Burda ab 1949 publizierten international bekannten Zeitschrift „Burda Moden“.
Die Ausstellung zeigt den politischen und wirtschaftlichen Weg Offenburgs in die Moderne, von der Revolution 1848 bis zum Wirtschaftswunder in den 1950er und 60er Jahren. Themen wie Demokratie, Mobilität, Industriegeschichte und Migration stehen dabei im Fokus und ziehen sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. In den Lebensgeschichten der Menschen spiegelt sich der stetig schneller voranschreitende Wandel mit all seinen Möglichkeiten, Rückschlägen, Brüchen und Neuanfängen. Schätze aus den Depots werden in der Ausstellung mit modernen Medien und spielerischen Elementen kombiniert, wie z.B. einer Animation zur Auswanderung nach Nordamerika, Audiostationen, Filmsequenzen und Mitmachangeboten.
Fünf Querschnittsthemen durchziehen die Ausstellung wie ein roter Faden und umreißen den Weg der Stadt und ihrer Bewohnerschaft vom Ende der Feudalzeit bis zur Nachkriegszeit:
- Demokratiegeschichte
- Mobilitätsgeschichte
- Wirtschaftsgeschichte/Industriegeschichte
- Migrations- und Emigrationsgeschichte
- Biografische Geschichte