Offenburg in der Welt

1000 Jahre Stadtgeschichte!

Spannend in fünf Stationen zeigt die Ausstellung, wie die Stadt und ihre Bewohner*innen sich in dieser langen Zeit veränderten. Das Rätsel um die Gründung wird dabei auf höchst unterhaltsame Art geklärt. Aus der Stadt wurde um 1240 eine Reichsstadt, die nur dem Kaiser untertan war. Welche bedeutenden Gebäude innerhalb ihrer Mauern zu finden waren, kann in der Medienstation recherchiert werden.
 
Grabungsfunde zeugen von Alltag und Lebenswelt der Offenburger Frauen und Männer im Mittelalter. Nicht nur Becher, Töpfe und Kacheln aus Ton sind hier zu sehen, sondern auch kostbares Venezianisches Glas, das über den Fernhandel nach Offenburg gelangte. 
 
Im Zentrum der Ausstellung steht ein inszenierter Bibliotheksraum. Hier wird die berühmte Globussegmentkarte von Martin Waldseemüller präsentiert.  Sie gilt als „Taufschein“ Amerikas, denn zum ersten Mal wurde der neue Kontinent nach Amerigo Vespucci benannt, seinem vermeintlichen Entdecker. Weltweit sind nur vier ähnliche Exemplare bekannt. 
 
Der christliche Glaube prägte das Leben. Die Stadt beherbergte drei Stadtpatrone, ein katholisches Bürgerstift und mehrere Klöster und Beginengemeinschaften. Kostbare Reliquiare aus der Sammlung Ansgar Fütterer zeigen, wie die Kirchen einst ausgestattet waren.  Glaube und Aberglaube lagen nah beieinander, davon zeugen die Offenburger Hexenprozesse.
 
Immer wieder wurde Offenburg von Kriegen heimgesucht. Der Dreißigjährige Krieg brachte großes Leid über die Stadt und ihre Bewohner. 1689 wurde Offenburg im Pfälzischen Erbfolgekrieg völlig abgebrannt. Ein ganzes Jahrhundert brauchte die Bürgerschaft zum Wiederaufbau. 
 
Als das Ende der Reichsstadt nahte, wurde es unruhig in der Stadtgesellschaft. Die Zünfte forderten mehr Rechte, die Bauern erhoben sich zum Aufstand und eine in der Stadt ansässige elsässische Baronin verschwor sich gegen Napoleon, der mit seinen Truppen die Stadt stürmte: das Ende der Reichsstadt war eingeläutet.